Von Menschen und Gärten

Da gibt es diese Familie, die ich gern als unsere liebsten Freunde bezeichne.
Sind sie halt einfach auch. So im Gesamtpaket.

Wir lernten uns damals in Wiesbaden kennen; wohnten um die Ecke und hatten die Kinder im selben Kindergarten. Die Töchter waren vom ersten Moment an ein Herz und eine Seele, die Mittleren Jungs können auch super miteinander.

Im Abstand von 2 Jahren kauften wir jeweils ein Haus. Leider in die entgegengesetzte Richtung. Genau eine Stunde Autofahrtweg trennen uns seit dem; aber das hat der Zuneigung keinen Abbruch getan. Ich glaube, dies ist die einzige Fernfreundschaft (ist das eigentlich schon „fern“) die richtig gut funktioniert.

Wir sehen uns geplant einmal im Monat. Immer im Wechsel bei der jeweiligen Familie zu Hause. Extratreffen an Geburtstagen und Ostern und Weihnachten verbringen wir auch immer zusammen.

Zuletzt sahen wir uns Mitte Februar. Das Treffen für März war geplant und dann kam Corona.
Die Kinder skypten ein paar Mal; wir Eltern tranken auch ein Bier per Videochat zusammen und es gingen Briefe, Pakete und Textnachrichten hin und her.

Gestern war es dann so weit. Das erste Treffen.
Das erste freiwillige Treffen mit Menschen für uns seit März. Aufregend.
Und dann war es, als wären wir gar nicht so lange getrennt gewesen. Alles war vertraut wie immer, die Kinder waren sofort wieder Eins und wir fühlten uns dort sehr zu Hause. Wie immer.

Sie haben den schönsten Garten der Welt! Sie haben schon so viel geschafft in den letzten paar Jahren in Haus und Garten. Dennoch ist das Grundstück teilweise noch herrlich verwildert. Ich liebe es. Dazwischen mit Herzblut angelegte Gemüsebeete, eine Kräuterspirale und herrlich Blühende Beete. Ein Gewächshaus, eine Seilbahn, ein Sandkasten unterm Apfelbaum, ein Baumhaus. Es ist das Paradies dort.

Wie immer speisten wir vorzüglich und hatten eine unfassbar schöne und entspannte Zeit. Unsere Kinder sind sich alle so ähnlich, wir haben fast exakt die gleichen Sorgen und Problemchen. Es ist die einzige Familie, in deren Gegenwart ich mir absolut keine Gedanken darum mache, was mein Gegenüber von meinen Kindern; von  „meiner Erziehung“ hält. Denn ist da alles wirklich genau wie bei uns. Ich liebe es.

Der Lernturm war eine absolut gelungene Überraschung und das perfekte Geschenk. Genau solch einen hätten sie sich doch demnächst selbst gebaut. Hach, was war ich froh.

 

Sehr beschwingt, inspiriert und mit diesem warmen Gefühl im Bauch nach Hause gefahren.
Mit schlafenden, dreckigen, glücklichen Kindern daheim angekommen.

Schön wars.
Bald wieder. <3

Fällt ein Zahn raus, gibts Spaghetti…

, weil man die dann so gut durch die Lücke zutscheln kann.
Das hab ich (unter soviel anderem ) von Frau … äh … Mutti gelernt.

Und da der Mittlere seit gestern stolzer Zahnlückenträger ist, gab es heute also Spaghetti.
Mit Ketchup und viel Parmesan.

Das Durchzutscheln klappte dann, laut dem Kind, doch nicht so. Vielleicht fehlte die Soße, damit es flutscht.

Ganz dekadent gab es ein Zweitessen. Selbstgemachtes Sushi. Das stand nämlich so auf dem Speiseplan und die Spaghetti waren ja extra-Zahnlücken-Essen. Da Nudeln ja aber immer gehen und somit auch gleich das Abendessen gesichert war, machte ich eben beides. Die zwei großen Kinder futterten die nicht sehr hübschen Reishappen mit abenteuerlicher Füllung (denn ob ich meine Kreationen überhaupt Sushi nennen dürfte ist fraglich) jedenfalls mit neuer Begeisterung. Vor kurzem waren Algen noch „bäh“.

Abgesehen vom Essen, verschlumperte ich gefühlt diesen Samstag. Ja, ich habe den neuen Bastelwagen endlich befüllt:

(großartige Idee, hoffe ich. Bastelkram, an dem die Kinder sich frei bedienen dürfen, steht nun offen rum. Der Wagen kann aus meinem Zimmer an den großen Esstisch gefahren werden; statt tausend Teile hin und her zu tragen. Und „das gute Zeug“ bleibt bei mir im Schrank und gibt es nur auf Nachfrage)

Ja, ich habe den ganzen Schulkram sortiert und verpackt. Nun stehen zwei Kartons im Flur und warten darauf in den Keller gebracht zu werden. „Tochter 4. Klasse“ und „Mittlerer 1. Klasse“ steht drauf. Und vor allem bei der Tochter war mir schon etwas wehmütig ums Herz, als ich all die Arbeitsblätter und Hefte und Bücher für irgendwann-mal-rausholen-und-mit-seufzen-durchkucken einpackte. Vier Jahre Grundschule vorbei. Krass!

Ja, ich hab das Wohnzimmer aufgeräumt und gesaugt, ebenso den Wintergarten.
Ich hab Kinder vor dem Hungertod bewahrt, Streit geschlichtet, Ostereiersuche gespielt (Lieblingsspiel des Jüngsten seit 3 Tagen) und noch so dies und das von A nach B getragen und erledigt.

Dennoch ist da dieses „Ich hab heut nix geschafft“ Gefühl. Vielleicht auch, weil der Mann in der Zeit den ganzen Fußweg vorm Haus von Unkraut befreit und gefegt hat, ebenso den Vorgartenweg. Dann noch geharkt und Grünzeug zum Wertstoffhof gefahren hat und vorher war er auch auf dem Dach und hat an seinem Endlos-Projekt „Schornstein“ rumgefriemelt.

Außerdem habe ich zuviel gefuttert (Sushi, Eis, Tortillas, Kekse!!!!), keinen Sport gemacht und fühl mich deshalb alt, dick und hässlich. Mäh!

Am Abend griff ich dann noch zu den Multimarkern und beendete endlich das Projekt „Learning-Tower“. Den sollte der kleine Sohn der liebsten Freunden zum ersten Geburtstag bekommen. Der war im April. Da wir uns ja aber nun seit Februar nicht gesehen haben, gab es dann doch keine Eile. Morgen ändert sich das und ich hoffe, der Süßling und die Eltern freuen sich ein Bißchen.

Tag rum.
Unbefriedigtes Gefühl, was doof ist.
Dabei wars der Tag an sich eigentlich gar nicht.

Genau JETZT

beginnen die Ferien!

Traditioneller Ferieneisbecher.

(Aus Gründen nicht in der Eisdiele, sondern zu Hause selbst gebastelt.)

Nüscht

Dreimal heute in den Nachbarort gefahren um ein Kind abzuholen und ein anderes hinzubringen und auch wieder abzuholen. Zu vielen Menschen begegnet.

 

Die Familie ist satt.

Das Haus ist ein einziges Chaos.

Der Mann trainiert.

Die Kinder schauen ihre Serie.

Und ich, ich mach jetzt einfach mal Nüscht!

Hallo Ferien

Der Erstklässler ist keiner mehr.
Er brach heute als ebensolcher nochmals mit dem Bus zur Schule auf und keine Stunde später kam er mir strahlend (ich sah es an den Augen, denn der MNS verdeckte das Grinsen) als eben nicht-mehr-Erstklässler entgegengelaufen als ich ihn an der Schule abholte. Ein Tütchen mit lieben Ferienwünschen und Süßem in der Hand, einem wirklich bombastischem Zeugnis (ich verdrückte glatt ein paar Tränchen über die wundervolle Beurteilung meines Muckels) im Rucksack und einem Schneidezahn weniger. Der Wackelzahn war irgendwann bei der Zeugnisausgabe raus gefallen. Was für ein Ereignis. :-)

Die Tochter, Viertklässlerin, wurde von mir zwei Stunden später zur Zeugnisausgabe gefahren. Ein letztes Mal dort. Ein letztes Mal in dieser Schule, mit dieser Lehrerin, mit diesen Mitschülern. *schluck*

Eine Stunde später gab es noch eine kleine Verabschiedung der Eltern von der Lehrerin unter freiem Himmel. Zu viele Menschen für mich. Zu nah. Aber es wurden schöne Worte gesprochen, von Seiten der Elternvertreter und der Lehrerin. Eine wirklich tolle Frau. Es flossen ein paar Tränen und dann machten die Tochter und ich uns fast als Erste aus dem Staub. Mit lachendem und weinendem Auge und immer noch so ungläubig, dass vier Jahre Grundschulzeit plötzlich vorbei sind.
Mein kleines großes Mädchen… *hachseufz*

Daheim gab es Pommes, Fischstäbchen und viel Ketchup zum Mittagessen. Kinderwunschessen. So muss das am Ferienstart.

Ferien! Was für ein schönes Wort, stellten die Tochter und ich unterwegs fest.

Ferien!
Jetzt!

Kindheitsessen

Ich hatte mir in den Kopf und auf den Speiseplan gesetzt, heute Hefeklöße mit Heidelbeersoße zu machen.
Manchmal, gibt es einmal pro Woche ein süßes Mittagessen. Ich bin nicht der größte Fan davon, aber wenn mir die Ideen ausgehen ist es ab und zu eine gute Alternative.

Heute sollten es also Hefeklöße sein. Hatte ich vorher noch nie gemacht.
Ich erinnere mich, dass es die in meiner Kindheit öfter gab. Große, weiße, fluffige Klöße und das leckerste war die Heidelbeersoße.

Also im großen www ein Rezept raus gesucht. Klang ja sehr einfach. Hefeteig verkneten, gehen lassen, Klöße formen, gehen lassen, im Wasser kochen.

Erster kleiner fail: kein Weizenmehl mehr im Haus, nur Dinkel. Ich backe gern mit Dinkel. Hauptsächlich in Brot. Bei Kuchen und Hefegebäck nutze ich lieber Weizen. Gut, vielleicht nicht so dramatisch.

Zweiter kleiner fail: nur Rohrohrzucker im Haus. Im Grunde auch gar nicht schlimm Süß ist süß, nur tat es der Farbe etwas Abbruch.

Nach dem verkneten hatte ich eine matschige, seltsam braune Pampe in der Schüssel. Ab damit in den Wintergarten. Perfektes Hefeteigklima.

Die Zweifel am Erfolg des Gerichts wurden aber stetig größer und ich setzte vorsichtshalber einen Topf Pellkartoffeln auf.

Nach Gehen des Teiges sah das alles immer noch nicht sehr angenehm aus. Ich formte irgendwie viel zu große Klöße und beförderte sie ins siedende Wasser. Nach kurzer Zeit, sah alles aus wie ein riesiger Matsch an der Oberfläche.

Als die Kindelein hungrig am Tisch saßen, waren die Matschklöße auch noch nicht durch und es wurden begeistert Kartoffeln mit Salz und Butter gegessen. (O-Ton Mittlerer: „Mmmmhh es gibt doch NICHTS besseres auf der Welt!“ Ey warum koch ich denn immer ???)

Als die Klöße dann endlich gar waren, kostete wenigstens die Tochter und fand sie lecker. Sie sahen innen dann auch gar nicht soooo übel aus. Von außen hatten sie allerdings wenig gemeinsam mit dem, was ich unter Hefeklößen verstehe.

Zur Kaffeezeit schlug dann aber ihre Stunde. In Scheiben geschnitten, in Butter angebraten und mit Zimt-Zucker gefuttert. Fanden dann doch alle lecker.

Notiz: ich werde das mit den Hefeklößen nochmal probieren. Vielleicht auch doch lieber dämpfen, statt kochen.
Ich will diese fluffigen, weißen Dinger!

 

Aber die Heidelbeersoße war super.

4 Jahre … wuuuusch

Morgen, da ist hier der letzte Schultag für dieses Schuljahr. Der Mittlere beendet die 1. Klasse und die Tochter die 4.
Das heißt: Grundschulzeit zu Ende! (Ich bin aus Brandenburg und dort ist die Grundschulzeit 6 Jahre und ich war mehr als erstaunt als ich erfuhr, dass das hier (und tatsächlich in fast allen Bundesländern) anders ist. Ich finde 4 Jahre viel zu kurz und den Schulwechseln nach 6 Jahren viel viel besser.)

4 Jahre! Wo sind sie hin? Es war doch erst gestern, als das kleine Mädchen mit der Brille (mittlerweile nicht mehr nötig) und dem Pony (auch nicht mehr vorhanden) mit der Schultüte vor der Linde stand und fürs Foto posierte. Diese Einschulung, die so unerwartet mit dem Umzug kam. (weil Bundeslandwechsel, anderer Stichtag und sie als Juli-Kind somit plötzlich eher eingeschult wurde) In eine Klasse, in der sie niemanden kannte und sich so gut und schnell einlebte.

Eine tolle Klasse hatte sie. Glaub ich. Das hat ihre Klassenlehrerin jedenfalls über die Jahre hinweg immer wieder betont und ich glaube ihr. Leider habe ich von der Klasse; den Kindern und Eltern, kaum etwas mitbekommen. Ich kenne bis heute nicht alle Namen der Jungs (die der Mädchen komischerweise schon) geschweige denn, kann ich ihnen Gesichter zuordnen. Das ist für mich selbst traurig und erschreckend. Die Eltern kenne ich vom Elternabend und von ein paar Festen. Mehr nicht. Es ist nicht mehr wie im Kindergarten, dass man sich beim Hinbringen und Abholen sieht, ein Schwätzchen hält und sich zusammen verabredet und dann mit Kindern und Eltern irgendwo auf einem Spielplatz rum hängt.

Das ist alles ganz schön schade, irgendwie. Vielleicht hätte ich mich irgendwie mehr einbringen können. Aber so richtig ergab sich das nie und ich bin jetzt auch nicht der geselligste Mennsch ähäm.

Nun geht es also morgen zu Ende mit dieser Grundschulzeit.
Was wegfällt: die Aufführung der Kinder und das große Abschlussfest das den vierten Klassen sonst immer gegönnt ist.
Jahrgangsweise treffen sich alle im Stundentakt auf dem Schulhof und die Kinder bekommen ihre Zeugnisse.
Das ist natürlich schade aber nun mal notwendig.

Was mich dann umso mehr ärgert und enttäuscht: nachdem der Vorschlag vor 2 Wochen aus Vernunftsgründen verworfen wurde, wird sich nach der Zeugnisausgabe privat in einem Garten getroffen. Im kompletten Klassenverband mit allen Eltern und Geschwistern und der Lehrerin. Um das Geschenk zu überreichen und sich gebührend zu verabschieden.

Ich habe lange darauf herum gedacht. Habe mich geärgert und war sauer. Wie unvernünftig und verantwortungslos. Im ersten Impuls sagte ich der Tochter, dass wir da ganz bestimmt nicht hingehen. Die Enttäuschen war ihr ins Gesicht geschrieben aber sie murmelte „na gut“.

Ich habe hin und her überlegt. Ich werde jetzt über meinen Corona-Schatten springen und mit ihr nach der Schule dort hin gehen. Es gefällt mir überhaupt nicht aber ich möchte ihr dieses Erlebnis nicht verwehren.

Wir werden Maske tragen, wir werden Abstand halten, wir werden nicht lange bleiben.
Ich freue mich drauf, weil die Tochter sich drauf freut.

Ein doofes Gefühl bleibt.

Hallo Juli…

Verrückt. Das halbe Jahr ist schon wieder um. Obwohl… eigentlich fand ich die letzten Monate sehr erfüllend. Wir haben viel geschafft und irgendwie rauschte alles gar nicht so vorbei. Trotzdem ist dieses Zeitvergeh-Ding immer wieder heftig. Der Juni war wunderbar. Besonders die Natur, der Garten, das Grünen und Blühen.

Im Juli…

… wird die Tochter ihre Grundschulzeit beenden. Hui!
… wird der Mittlere die erste Klasse abschließen.
… wird der Jüngste nochmal in den Kindergarten gehen.
… wird die Tochter ihren 10. Geburtstag feiern.
… verabschieden sich bestimmt endlich die beiden Wackelzähne vom Mittleren.
… werden wir seit Mitte Februar unsere liebsten Freunde wieder treffen. Mit Abstand. Und somit die ersten Menschen überhaupt seit März.
… muss ich viel Geld für das neue Schuljahr ausgeben.
… fangen wir hoffentlich endlich das Terrassenprojekt an.
… fahren wir nicht wie geplant nach Kroatien in den Urlaub.
… schaffe ich es hoffentlich meinen Sport- und Ernährungsplan wieder durchzuziehen.
… gibt es in den Hochbeeten bestimmt was zu ernten.
… fahren wir oft an den See zum Abkühlen.
… haben wir Ferien!

Juli. Hochsommerzeit. Großartig!