Draußen sein

Warum ich den September so liebe? Ebenso wie den April und Mai?
Weil meistens das Wetter einfach perfekt ist.
Sonnenschein, nicht zu heiß, manchmal eine leichte Brise.
Man kann eine lange Hose anziehen, ein kurzärmeliges Oberteil und offene Schuhe ohne Socken.
Ohne zu schwitzen oder zu frieren.

Es ist die perfekte Zeit um im Garten zu arbeiten. Man kommt nicht um in der Sonne, schwitzt nicht von der Schwüle und braucht keine dicken Klamotten um nicht zu frieren. Wird es doch mal im Schatten frisch, schlüpft man schnell in ein leichtes Jäckchen.

Es ist ebenfalls die beste Zeit um zu wandern.
Hier in den Weinbergen ist es jetzt herrlich. Davon abgesehen, dass die Trauben so gut wie reif sind und der Anblick dieser Fülle ganz wunderbar ist, ist es jetzt einfach am angenehmsten. Im Sommer, wenn die Sonne knallt, kriegt man mich nicht zwischen die Wingerte. Es gibt keinen Schatten und man geht einfach nur kaputt. Wir gehen auch im Winter spazieren, so richtig Spaß macht es aber nur im Frühling und Herbst.

Ich liebe liebe liebe diese Zeit.
Leider bin ich tatsächlich gerade viel zu wenig draußen.
Nach der Lohnarbeit, Hausaufgabenbetreuung und Sport denke ich stets „jetzt noch schnell die fertige Wäsche aufhängen und die trockene falten“ oder „oh, die Küche sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, die räum ich mal eben schnell auf“ oder „ach, schon wieder so spät, ich bereite schon mal das Abendessen vor“ und schwupps ist der Nachmittag schon wieder um und wir waren doch wieder nicht unterwegs oder ich habe was im Garten geschafft. Blöd.

Ich nehme mir jetzt ganz offziell vor, dass ich am Nachmittag zuerst im Garten etwas schaffe. Gut, Hausaufgaben und Sport müssen erst erledigt werden. Aber dann: raus! Haushalt bleibt liegen. So.

Hallo September

Ein Lieblingsmonat.

Im September…

…. werde ich mit dem Jüngsten zur Schulanmeldung gehen.
…. gibt es hoffentlich noch einige wunderbare Sonnentage.
…. kommen wir mit der Terrasse sicher ein ganzes Stück weiter.
…. werde ich das Haus herbstlich schmücken.
…. gibt es schon mal viele herbstliche Gerichte.
…. wird es ein kleines Gartenfest bei den Freunden geben.
…. trage ich zum ersten Mal wieder lange Hosen.
…. vielleicht auch schon wieder Socken.
…. will ich eine kleine Wanderung durch Nierstein machen.
…. können wir vielleicht ein letztes Mal im See baden?
…. hat der neue Alltag sich richtig eingependelt.
…. will ich mal wieder ein Buch lesen.
…. denke ich tatsächlich schon viel an Weihnachten. (am Wochenende gabs schon das erste gefüllte Lebkuchenherz)

Samstag 7 Uhr

Der seltene Fall ist eingetreten, dass ich vor allen Familienmitgliedern aufgestanden bin und nun allein in der unteren Etage sitze.

Draußen ist der Himmel noch blassblau und es ist ziemlich frisch. Der Herbst zeigt sich immer mehr.

Ich werde mich gleich mit einer großen Tasse Tee auf die Terrasse setzen und noch ein paar Minuten genießen, bis mindestens ein Unterhosenmatz die Treppe runter geschlurft kommt, mit verschlafenen Äuglein und darum bittet, doch noch einmal mit ins Bett zum Kuscheln zu kommen.

Samstag ist hier Haus und Garten Tag an dem gearbeitet wird. Jeder packt mit an.

Ich liebe es, wenn so ein Samstag noch früh und frisch vor mir liegt. Es ist unmöglich alles an diesem Tag zu schaffen, was in meinem Kopf umherschwirrt aber einige Dinge werden wir schon erledigt bekommen.

******Auftritt jüngstes Kind wie oben beschrieben********

Guten Morgen!

Ich würde gern mal … (Achtung, Jammern auf hohem Niveau)

Ich würde so gern mal

… einen ganzen Tag im Garten verbringen. Morgens direkt raus und erst abends wohlig erschöpft wieder rein.

… einen ganzen Tag (bzw. mehrere *hust*) einen Kellerraum nach dem anderen ausmisten und aufräumen.

… einen ganzen Tag mit nähen verbringen. In Ruhe auswählen, zuschneiden, nähen, freuen.

… einen ganzen Tag lesen. Mir irgendeins der gemütlichen Plätze im Haus suchen und einzweidrei Bücher einfach durchlesen. Zwischendurch nur mal Kaffee oder Tee und Kekse holen und sonst nichts.

… einen ganzen Tag im Bett liegen und Serien und Filme schauen. Und ne Pizza bestellen.

… einen ganzen Tag damit zubringen endlich endlich endlich die Fotoalben zu gestalten.

… einen ganzen Tag durch die Gegend wandern, die Nachbarörtchen und Weinberge erkunden.

 

Doch das geht nicht.
Ich wohne hier nicht allein. Oberste Priorität haben natürlich die Kinder. Hauptsächlich müssen sie mit Mahlzeiten versorgt werden und dann brauchen sie natürlich auch immer wieder ein Ohr, eine Hand, einen Arm von mir. Sehr oft.
Und Wäsche. Wäsche ist auch immer da. Sei es um gewaschen zu werden oder aufgehängt oder abgenommen oder gefaltet oder verteilt.

Ach und Lohnarbeit ist da ja auch noch der ich ein paar Stunden in der Woche nachgehe.
Und Sport. Dieser Zeitfresser Sport ist ja auch noch da!

An freien Tagen besteht mein Tag aber tatsächlich hauptsächlich aus Mahlzeiten zubereiten und Wäsche bearbeiten. Und dazwischen gibt es immer immer immer irgendetwas aufzuräumen. *seufz* Und natürlich haben die Kinder irgendwie ununterbrochen irgendwelche Anliegen.

Einen ganzen Tag für nur eine Sache zu haben …. das ist unmöglich. Es schieben sich immer die täglich anfallenden Arbeiten dazwischen.

Aber irgendwann, da kann ich das alles mal machen. Hoffe ich.
Bis dahin, fange ich tausende Projekte an und bringe nichts zu Ende. Oder schiebe Dinge teilweise jahrelang vor mir her.

*puh*

Jedenfalls den letzten Punkt, das Wandern, will ich mir im nächsten Monat vielleicht erfüllen.

Woche 2 im Alltag

Ja und jetzt ist es so richtig Alltag wieder. Und ich genieße und verfluche es.

Mein Montag war herrlich. Ein richtiger Montag. Alle Familienmitglieder in Büro/Schule/Kindergarten und ich hatte das Haus für mich allein. Es war so wunderbar! Ich liebe es sehr allein zu Hause zu sein.

Nach den ersten Schwierigkeiten mit dem Bus klappt der Schulalltag der Tochter ganz gut. Gestern war erster Elternabend und ich bin wirklich sehr glücklich mit unserer Schulwahl und denke, dass die Tochter dort tolle Jahre verbringen wird.

Der Mittlere besucht souverän die zweite Klasse und kriegt das alles ziemlich gut hin. Hausaufgaben sind nervig. Er hasst es zu schreiben (und hat dabei so eine hübsche Handschrift), rechnet super schnell und hasst aber auch da diese ganze Schreibarbeit. Muss er wohl durch. Ich auch wenn ich daneben sitze. Tue ich das nämlich nicht, lässt er sich vom kleinsten Staubkorn der vorbeifliegt ablenken.

Der Jüngste blieb am Freitag auch noch mit Fieber zu Hause. Mittlerweise denke ich zu wissen, woher dieses kam.
Am Samstag, seinem Geburtstag, war er aber topfit. 5 Jahre ist dises Super-Kind nun schon bei uns. Unglaublich. Unglaublich schön.
Wir feierten mit den liebsten Freunden im Garten, einem grandiosen Minionskuchen, einem Blech Pflaumenkuchen und Kürbissuppe. Die mag er nämlich sehr.

Der Geburtstag des Jüngsten läutet immer den Herbst ein. Und prompt ist diese Woche auch das Wetter dementsprechend. Es ist kühler, besonders morgens und abends ist es richtig frisch, es wird immer früher dunkel und heute stürmt es sogar.

Ich mag Herbst. Auch wenn es manchmal auf die Stimmung drück, das fehlende Licht und das ungemütliche Wetter. Aber da habe ich mir fest vorgenommen entgegenzuwirken dieses Jahr. September und Oktober sind ja noch wunderschöne Monate, auch wettermäßig. Der November wird kritisch, da muss man sich ganz viel Gemütlichkeit und Farbe und Licht ins Haus holen.

Aber jetzt genieße ich noch diese Spätsommertage.

Genug geschnipselt.

Alltag

Nö.
Diese Woche ist noch etwas turbulent und wir müssen uns alle noch reinfinden.

Die Tochter wurde am Dienstag in die weiterführende Schule eingeschult.
Nur ich durfte sie begleiten und trotz aller Auflagen und allem was nicht stattfinden konnte, war es eine nette kleine Zermonie.

Eltern und Schüler von zwei Klassen (die anderen beiden kamen dann eine Stunde später) saßen mit Abstand auf einer Wiese, der sympatische Direktor hielt eine Ansprache, die Tutoren wurden vorgestellt und dann alle Schüler aufgerufen.
Und wie mein kleines, großes Mädchen dann da nach vorne ging, sich mit aufstellte und später dann mit ihren neuen Klassenkameraden hinter den beiden Tutorinnen ins Schulgebäude lief, sich noch mal umdrehte und mir winkte, da war das schon so ein Mama-Glucken-Moment und exakt so wie am allerersten Schultag, damals, vor 4 Jahren.

Gestern Morgen brachte ich sie zum Bus. Sie muss jetzt eine halbe Stunde früher und an einer anderen Bushaltestelle abfahren. Es standen so viele Schüler dort, viel ältere und das mit den Wurzeln und Flügeln war eher so, das ich meine Flügel ganz fest über sie stülpen wollte. Sie kam aber sicher in der Schule an. Zurück gab es dann allerdings ein kleines Drama. Ein weinendes Häufchen Elend klingelte an der Tür. Sie war in den falschen Bus gestiegen, der Busfahrer war dennoch so freundlich gewesen, sie hier im Dorf abzusetzen. Nie wieder wolle sie Bus fahren. Ach ach… Das ist aber auch etwas schwierig muss ich sagen. Wegen einer Baustelle an der Schule fahren die Busse woanders als normalerweise ab, zwei Busse haben die selbe Nummer und sie war ganz allein und hatte niemanden mit dem sie zurück fahren konnte. Heute hole ich sie deshalb ab und wir schauen uns das mit den Bussen an der Schule mal genau an.

Der Mittlere ist heute den vierten Tag Zweitklässler. Die ersten Hausaufgaben sind ebenso anstrengend wie im ersten Schuljahr. Er lässt sich jede Sekunde ablenken, muss schauen was der Bruder macht, mir was spannendes erzählen oder dringend den Radiergummi anmalen. Konzentrationsspanne wie ein Toasbrot. Man muss wirklich neben ihm sitzen und zu jedem Buchstaben, jeder Rechenaufgabe animieren und erinnern. Er könnte in der Hälfte der Zeit fertig sein. *seufz*

Der Jüngste war drei Tage fröhlich im Kindergarten. Gestern nach dem Abholen kam es mir schon etwas spanisch vor, dass er so ruhig und entspannt war; tat was man ihm sagte. (Rucksack selbst tragen, Brotdose auspacken (sogar ohne Ansage) Hände waschen) Ja, das ist echt ungewöhnlich. Er klagte auch etwas über Kopfschmerzen.

Abends kam er direkt mit zu mir ins Bett und ich merkte, dass da ein kleines Glühwürmchen war. Gegen ein Uhr nachts musste er sich dann übergeben. Allerdings blieb es dabei, er trank dann noch sehr viel und schlief irgendwann zum Glück ein. Heute ist er wieder fit. Vielleicht wars ein kleiner Sonnenstich? Oder doch ein Virus? Wir beobachten das mal.

Ich war gestern im Büro den ganzen Tag äußert motzig und wollte so gern die Ferien zurück. Ich bekam auch höllische Kopfschmerzen und konnte zu Hause nur liegen und Frust-Kaubonbon essen. Solche Kopfschmerzen hatte ich tatsächlich noch nie. Blöd.

Heute nur ein kurzer Abstecher ins Büro. Dann löse ich den Mann zu Hause ab.

Wir sind noch weit von Alltag entfernt. Der Wochenplan steht noch nicht, da verschone ich die Kinder aber noch gern diese Woche.
Der Jüngste hat übermorgen Geburtstag. Geschenke sind zum Glück alle im Haus. Allerdings hat er sehr genaue Vorstellungen seines Kuchens und der Mann ist auch sehr ambitioniert diese zu erfüllen. Allerdings sollte er dann mal langsam mit der Planung beginnen.

Eingekauft müsste auch werdenn. Da sind wir völlig aus dem Rhytmus.

Wenn der Samstag geschafft ist, mach ich drei Kreuze. Ab nächste Woche hoffentlich alles entspannter und geregelter.

 

*uff*

 

Ferienende

Heute startet der Alltag wieder. Zumindest für alle männlichen Mitglieder der Familie.

Wir hatten wunderbare Sommerwochen. Haben viel am Haus geschafft, sind gewandert, haben Unmengen Eis gegessen, waren viel am See, sind brutzelbraun geworden und haben es einfach genossen alles zu können, aber nichts zu müssen.

Heute Morgen musste ich mich dann auch kurz sammeln. Alltag. Brotdosen, Kinder zum Anziehen, Zähne putzen, Losgehen animieren, den Jüngsten zum Kindergarten fahren, den Mann zur Arbeit verabschieden. Möp. Fand ich doof.

Nunja, so ist das wohl nach Ferien. Alles muss sich wieder einpendeln, ich muss wieder ein Gefühl dafür bekommen und vor allem, darf ich mich nicht stressen. Wir haben, auch mit Arbeit, Schule und Kindergarten, einen recht entspannten Alltag mit wenigen Terminen und Verpflichtungen.

Der Mittlere sitzt nun in der zweiten Klasse mit einer neuen Lehrerin und ich bin vermutlich aufgeregter als er. So neue Dinge machen mich, vor allem bei ihm, sehr nervös. Dabei meistert er das alles viel viel besser als ich es mir vorstelle. Jedes Mal. *atmen*

Der Jüngste ist nun Vorschulkind im Kindergarten. Unglaublich. Der spazierte souverän wie immer zum Bauwagen und ich bekam zum Abschied gerade mal einen Flugkuss.

Die Tochter hat heute noch einen ruhigen Tag. Morgen hat sie erst „Einschulung“ an der neuen Schule. Aufregend. Sehr.

Ich gebe mir selbst diese Woche noch zum Zurück-in-den-Alltag-finden. Zuviel Aufregung noch in den nächsten Tagen mit all dem Neuen und am Wochenende dem Geburtstag des Jüngsten.

Ab nächsten Montag, da läuft dann wieder alles „normal“ und rund. Hoffentlich.

Hach, Ferien sind toll. Ich freu mich auf die nächsten.
Aber Alltag hat auch was. Bestimmt.

Sehr viel

Ich habe heute sehr viele Kalorien in Form von sehr viel Schokolade zu mir genommen.

Ich habe heute sehr viel geschwitzt sobald ich mich bewegt habe.

Ich habe heute sehr viele Stoffe gefaltet und ordentlich verstaut.

Ich habe heute sehr viel mit dem Mann geknutscht und gelacht.

Ich habe heute sehr viel mit den Kindern am Tablet gedaddelt.

Ich habe mir heute sehr viel rote Tönung in die Haare schmieren lassen.

Ich habe heute sehr viel nicht gemacht, was ich eigentlich machen wollte.
Aber das ist gar nicht schlimm. :-)

Ich habe sehr gelacht

Seit Montag aktualisierte ich stündlich die Webseiten der Schulen der Kinder um zu erfahren, wie es denn nächste Woche weiter geht. Besonders für die Tochter, die neu auf die weiterführende Schule kommt, ist das ja doch sehr spannend.

Die Grundschule hatte am Montag schon Infos, die IGS dann endlich gestern Mittag.

Dort war dann sehr schön ausführlich zu lesen, wie die Einschulungsfeier der neuen fünften Klassen ablaufen wird.
Klasse 5a und 5b zuerst, dann 5b und 5c. Es ging dann noch weiter im Text über Maskenpflicht und dass nur ein Elternteil mitkommen darf usw und ich fragte mich die ganze Zeit nur, woher ich denn aber wissen soll, in welcher Klasse mein Kind sein wird. Darüber gab es nämlich bisher noch keinerlei Information.

Dann, ganz unten im Text, als P.S.:

„Liebe Schülerinnen und Schüler,

mit der Post von deiner Patin / deinem Paten, welche du vor den Sommerferien erhalten hast, hast du erfahren, in welche Klasse du kommst. Die Farbe des Umschlages steht für die Klasseneinteilung: rot = 5a, grün = 5b, gelb = 5c, blau = 5d“

Ich wette, die Schule bekommt in den nächsten Tagen sehr viele Anrufe.

 

P.S. ;-)
WIR wissen welche Farbe der Umschlag hatte. Ich habe ihn sogar aufgehoben. Aber ich kann mir vorstellen, nicht alle Familien haben dem Umschlag solche Beachtung geschenkt. Hätte man das denn wirklich nicht anders schon vorab vermerken können? Oder einen Hinweis im Brief geben, dass der Umschlag und seine Farbe noch wichtig sein werden?

Ich musste 39,5 Jahre alt werden

.. um das erste Mal unter freiem Himmel zu schlafen.

O.K., ich korrigiere, um das erste Mal eine Nacht unter freiem Himmel zu verbringen. Denn meine Mutter hat mich als Baby, dick eingemummelt im Kinderwagen, im Winter gern nach draußen gestellt; wo ich dann selig an der kalten Winterluft schlummerte und rote Bäckchen bekam. Aber das zählt ja nicht wirklich.

Auch wenn ich ein Zeltkind bin, unter richtig freiem Himmel hab ich nie geschlafen. Bis letzte Nacht.

Vorletzte Nacht hab ich die Hitze nämlich nicht ausgehalten im Schlafzimmer. Die obere Etage wird doch sehr heiß bei uns (und mir fällt wieder ein, warum wir nicht jetzt schon auf den Dachboden ziehen, obwohl das sehr verlockend ist, da ist es einfach nicht richtig gedämmt und NOCH heißer)

Ich beschloss also letzte Nacht auf der Terrasse zu schlafen.

Nach See, Filmabend und Jungs ins Bett kuscheln, machte ich mir also ein Lager.

Es war schon dunkel, ich ließ die Lichterkette im Wintergarten an. Es war dennoch etwas unheimlich.
Viele Geräusche gibt es da. Die Grillen zirpen, ab und zu blökt ein Schaf von der Wiese hinter unserem Garten, die Hühner des Nachbarn gackern und irgendwas raschelt immer im Garten umher.

Ich sah Sterne am Himmel, aber leider keine Sternschnuppe.

Irgendwann schlief ich wohl ein. Erwachte gegen halb zwei, zog den Stecker aus der Lichterkette und schaute wieder ein Weilchen in den Sternenhimmel. Wieder keine Sternschnuppe.

Ein Tier machte ziemlich nah, ziemlich laute Geräusche. Ich habe keine Ahnung was das war. Ein Eichhörnchen? Sind die nachtaktiv? Ein Marder, Siebenschläfer … ? Es „fauchte“ und „keckerte“ so seltsam. Und es huschte über das Schuppendach des Nachbarn. Ich vertraute darauf, dass es vermutlich vor mir viel mehr Angst hatte als ich, dass es plötzlich auf meine Bettdecke springt und dämmerte wieder weg.

Ich wachte wieder gegen fünf Uhr auf. Da war der Berufsverkehr auf der Bundesstraße schon in vollem Gange. Es wurde hell und die Hähne des Dorfes lieferte sich das übliche Wettkrähen. Ich döste noch etwas und huschte dann kurz vor sechs Uhr zum Mann ins Schlafzimmer. Ich genoss, dass der Straßenlärm dort nicht zu hören war und bedauerte aber, dass die Temperaturen und Luftbewegungen dort dafür umso mehr zu wünschen übrig ließen.

Kurz darauf schlüpfte der Jüngste zu mir.
Schlafen konnte ich eh nicht mehr und da der Mann mir zu brummelte, dass er bis vier Uhr am Laptop gearbeitet hatte, ließ ich ihn schlafen und stand, mit mittlerweile beiden Jungs, auf.

Fazit: Es war herrlich frisch und weitaus besser auszuhalten als im überhitzten Obergeschoss des Hauses. Keine einzige Mücke hat mich behelligt. Dafür halt jede Menge tierische Geräusche und vor allem die Bundesstraße am frühen Morgen.

Ich werde das wiederholen, vielleicht aber nicht heute Nacht. Es sei denn, ich halte es vor Hitze wieder nicht aus.