Geburtsbericht XS

Zuerst einmal vielen lieben herzlichen Dank für all die wundervollen
Glückwünsche und Mitbibbeleien.

Es tut mir leid dass Ihr so lange in Unwissenheit wart, aber Internet war
ganz weit weg in den letzten Stunden, im doppelten Sinne.

Ganz kurzer Geburtsbericht: (ausführlicher folgt)

Mittwoch, 21.07.2010 – 15:30 Uhr
Blasensprung nach Mittagsschläfchen *uups*
(später sollte sich herausstellen, dass es wohl „nur“ ein hoher Blasenriss war
denn die Vorblase stand noch und sprang unter der Geburt)

Beratung mit meiner Hebamme telefonisch.
Da erst 36+4 fällt Hausgeburt oder Geburtshausgeburt flach; irgendwo
muss die Grenze gezogen werden und ich verstehe das total. Bin etwas traurig.

Melde mich in der anthroposophischen Klinik „Havelhöhe“ an.
(Hilfe, mein Kind wird ein Berliner)
Da ich keine Wehen habe, können wir ganz in Ruhe kommen.

Der Mann kommt von der Arbeit und wir packen etwas kopflos Sachen ein.
Ich war ja sowas von nicht vorbereitet darauf.

Nach 18:00 Uhr kommen wir in der Klinik an.
Papierkram, CTG, Abendbrot und wir kriegen ein Familienzimmer.

Gegen 22:00 Uhr beginnen die Wehen. Juhuu!

Veratmen klappt hängend am Seil super.

Gegen 2-3 Uhr geh ich in die Badewanne und…. die Wehen verschwinden.

Wir gehen zurück aufs Zimmer, ich bin in dem Moment dankbar für die
Verschnaufspause und wir schlafen wenige Stunden.

22.07.2010

8:00 Uhr – CTG
Herztöne der Püppi sind zu hoch.
Ich bin ausgetrocknet und bekomme eine Infusion.
Blut wird mir auch noch abgenommen da das letzte Blutbild
in meinem Mutterpass noch nicht eingetragen ist und meine Ärztin Urlaub hat.

Ein paar Tränchen werden von mir verdrückt.
Zugang im Arm, Tropf, ständig neues Personal …. das wollte ich doch nicht.

Gegen 11 Uhr bekomme ich Antibiotika  wegen des Blasensprungs.

Um 15:00 Uhr wird sanft eingeleitet. Ich nehme zwei kleine Kapseln eines Medikaments
das offiziell nicht zugelassen ist weil es ein Magenpräparat ist und die Wehenförderung
nur eine Nebenwirkung. (da war ich sehr skeptisch, aber meine Hebamme erklärte mir
das gestern nochmal richtig, da ist ein ganz natürlicher Wirkstoff drin der nur den
Körper anregt selbst Wehen zu erzeugen ….. jedenfalls was ganz gutes)

Keine Stunde später habe ich Wehen in immer kürzeren Abständen.

Ich veratme, ich hänge am Seil, ich nutze den Mann als Stütze.
Ich mache alles ganz toll wird mir gesagt.

Irgendwann (etwa nach der Hälfte glaub ich) geh ich in die Wanne.
Im Gegensatz zu gestern, werden die Wehen dort stärker bis zu ununterbrochen.
Die Vorblase platzt.
Ich komme vor Wehen kaum aus der Wanne.

Ich bleibe nackt und kniee ab jetzt vor dem Bett auf einer Matte.

Die Wehen sind der Hammer. So hab ich mir das gar nicht vorgestellt.
Zwischendurch denke ich oft: „ich kann nicht mehr“, sage es aber nicht.

Ich schreie meinen Schmerz heraus, töne was das Zeug hält und kreische
die ganze Station zusammen. (ICH)

Die Hebamme ist großartig, sagt mir genau was ich tun soll und wie super ich
das doch machen würde. *stolzbin*

Irgendwann ist der Muttermund komplett offen. *hä?Wiejetzt*
Wir fangen an zu drücken und zu schieben. Ich kann es kaum fassen dass wir
schon an diesem Punkt sind.

Wir helfen der Apfelina mit allen Mitteln um gut um die Kurven zu kommen.

Ich liege auf der Seite, mit dem oberen Bein angewinkelt.
Der Kopf wird geboren und ich bin absolut hin und weg. Der Mann auch.

Noch eine Wehe und ihr kleiner heißer Körper flutscht aus mir heraus.

Das wars?

Sie kommt sofort auf meine Brust und wir drei bestaunen uns.

Katharina ist da! Und draußen fängt es an heftig zu regnen nach
diesem letzten heißen Tag.

Was für ein Bild. Wir liegen alle auf dem Boden, der weltbeste Mann neben mir,
Die Hebammen vor mir.

Die Plazenta wird geboren und wir schauen sie uns an.
(und jetzt liegt sie in meinem Tiefkühlfach ….. ich hab mich hinreißen lassen sie
mitzunehmen und noch keinen Plan was ich damit tun soll)

Wir werden allein gelassen. Eine Stunde? Ich weiß es nicht mehr.

Irgendwann ziehen wir hoch aufs Bett und kuscheln weiter.

Ich bin ein klein wenig gerissen und werde genäht.
Das dauert ewig und mit ganz vielen Stichen, aber ich glaube, die Ärztin hat
das einfach sehr ordentlich und hübsch gemacht. Es war nicht schlimm.

Gegen ein Uhr sind wir auf dem Zimmer als Familie.

Wir haben die Fenster weit offen und die ganze Nacht über
regnet es und blitzt und donnert.

Ich war noch nie in meinem Leben so müde. Aber ich kann und will nicht schlafen.
Ich bin verliebt und unsagbar glücklich und verdammt stolz.

Die Maus wird regelmäßig überwacht, denn sie ist nunmal trotz der Maße
ein Frühchen.

Erst klappt es mit dem Stillen ganz gut, dann nicht mehr so.
Sie ist immer sehr schläfrig und wir haben Mühe sie regelmäßig zu wecken.

Am Samstag dürfen wir nach dem großen Screening endlich nach Hause,
wo wir seit dem lieb von meiner Hebamme betreut werden.

Heute, an ihrem dritten Lebenstag, haben wir viel gestillt. Die Milch ist da
und sie trinkt oft und viel …. irgendwie ununterbrochen.
(aber wer braucht schon Schlaf? Ich bin topfit!)

Und sie ist sehr aktiv, was uns freut, denn davor war sie ja recht schlapp.

Alles verläuft ganz einfach wunderbar und wir genießen die rosa Zuckerwattezeit.

Nicht nur meistens…

… es kommt immer anders als man denkt.

Ca. 15:30 Uhr hatte ich, so wie es aussieht, einen vorzeitigen Blasensprung.

Tschüss Hausgeburt : (

Ich warte jetzt auf den Mann, packe einige Sachen (Mist, darauf war ich nicht vorbereitet)
und dann fahren wir nachher in Ruhe in die Klinik.

Bis bald.