Freitag

und eine ganz ungewöhnliche Konstellation heute hier.
Die Schulkinder sind in der Schule. (sie haben nur alle zwei Wochen freitags Schule; für den Mittleren ist es der erste Freitag mit Schule und davor gab es immer mal wieder Feiertag)
Der Mann ist im Büro und somit sind der Jüngste und ich heute allein zu Hause.

Nachdem ich gleich früh, bevor der Mann zur Arbeit fuhr, ein paar lebensnotwendige Dinge für dieses sommerliche Wochenende einkaufte, (Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Melone, Eis! und Glasnudeln. Wasserbomben gabs leider nicht) saßen der kleine Sohn und ich dann also plötzlich allein da. Was tun?

Mir fiel spontan und mit sehr schlechtem Gewissen das seit Wochen gesammelte Altglas in meinem Kofferraum ein, das bei jeder Kurve munter vor sich hin klimperte und mich die Kofferraumklappe stets in Zeitlupe öffnen lies in Angst, dass mir direkt was entgegen kommt.

Also beschlossen wir, der Sohn stimmte überraschend ohne Murren zu, das ganze Glas in den Handwagen zu packen und zu den Containern am Friedhof zu bringen.

Wir hatten einen wirklich wunderschönen Spaziergang dorthin. Der Handwagen reichte zwar nicht ganz und ich musste eine schwere Tasche mit weiteren Flaschen auf der Schulter tragen, aber wir liefen langsam, machten Pausen und der kleine Sohn redete ununterbrochen und wir genossen die Natur und das herrliche Wetter und es war einfach nur schön.

 

Wir entsorgten das Altglas und gingen danach noch auf den Spielplatz. Das allererste Mal seit mindestens März. Er war zum Glück leer und der Sohn tobte freudig umher und probierte jedes Gerät aus. <3

Auf dem Rückweg, hielt er die Füße noch in den Brunnen und dann ging es endlich, wir beide barfuß, nach Hause.


Nun kommen gleich die Schulkinder wieder, das Essen steht auf dem Herd (Kartoffelklöße waren gewünscht, bei 30 Grad draußen… pffff) und mal sehen, wie wir uns den Nachmittag so vertreiben.

Dienstag, 23.06.2020

Bürotag
Bevor ich mich aus dem Haus schleichen konnte, erwischte mich der Jüngste noch und hatte die Bitte, dass ich ihm bitte aufmalen möge, was es heute zum Mittag geben soll und den Zettel an seinen Platz legen. Damit verschwand er wieder ins Bett.

öh okeee, ich malte also mit meiner Unbegabtheit auf diesem Gebiet irgendwie Spinat, Spiegelei und Spagehetti (es solle eigentlich Kartoffeln dazu geben, aber vom Vortag waren noch so viele Nudeln übrig und da bestimmte ich, dass die auch gehen müssen) auf ein Blatt und hinterließ es ihm. (da keine Klagen kamen, war das wohl zufriedenstellend so) Fürs Kochen war heute der Mann zuständig.

Im Büro frühstückte ich erst einnal mein mit Schokolade und Erdnussmus gepimptes Porridge (viel zu süß und schwer *börks*) und telefonierte mit der Potsdam-Freundin.

Nach ein paar Emails, bestand meine nächste Aufgabe aus Fließbandarbeit, während der ich ein paar neue Folgen „New Girl“ nebenher laufen lies.

Fünf Minuten vor Feierabend, ich wollte gerade dem Mann mitteilen, dass ich gleich los fahre, rief der mich an mit der Nachricht, dass ich den Chef abholen und mit ihm im Büro was vorbereiten muss.

*bibber*bibber* Ich habe absoluten Respekt und sogar etwas Angst vor unserem Chef. Dafür gibt es dafür eigentlich gar keinen Grund. Er ist ein total lustiger und entspannter Kerl aber irgendwie geht mein Puls sofort hoch wenn er in der Nähe ist und ich werde fahrig und nervös.

Ich spielte also Taxi (aus Gründen; absolut O.K.) und wir arbeiteten zusammen zwei Stunden an einem wichtigen Schreiben. Es ist immer sehr witzig wie wir alle im Gespräch mit dem Chef zwischen deutsch und englisch hin und her switchen; weil er das eben auch tut. Manchmal etwas anstrengend und das Gehirn verknotet sich, aber eigentlich klappte es sehr gut und ich denke, er war zufrieden. *Puh*

Dann endlich Feierabend. Ab nach Hause. Stimmung bei Mann und Kindern unter der roten Linie. Es gab wohl mehrere Streitpunkte und alle waren irgendwie sauer aufeinander.

Der Mann flüchtete weiter in seine Holzarbeiten.

(Sowas baut der mal eben im Homeoffice und kriegt trotzdem seinen Job sehr gut gebacken)

Die Kinder tigerten umher und wussten nichts mit sich anzufangen. Tablet, Filme, das dritte Eis und noch mehr Süßigkeiten waren keine Option und so maulten sie durch die Gegend, stritten und es war einfach eine extrem miese Laune in der Luft.

Ich begab mich an mein Kompost-Projekt. Und als die Tochter wieder wegen irgendwas extrem übellaunig rummotzte, fiel mir etwas ein. Ich drückte ihr die zwei Packungen Loom-Gummi-Dingse in die Hand, die ich vor Wochen mal aus dem Supermarkt mitgenommen hatte. Noch mit dem Hinweis, für sie und den Bruder, schon ängstlich, dass das doch wieder Stress geben würde.

Aber es geschah ein Wunder. Die beiden Großen verbrachten Zeit mit Armbänderknüpfen zusammen (!) im Tochterzimmer (!), hörten dabei CD und hatten irgendwie richtig Spaß. Der Jüngste hatte das noch nicht so ganz mit bekommen und langweilte sich im Garten; stieß aber später wohl mit dazu und malte nebenbei.

Zwischendurch, während ich barfuß mit Spaten versuchte den leichten Abschuss zu ebnen um zwei neue Komposter aufzustellen, kamen die Kinder und zeigten mir stolz und fröhlich ihre Werke. Lustig-bunte Armbänder und ein gemalter Kühlschrank. (mit Pizza, Avocado und ganz viel Kirsch-Wassereis).

Plötzlich waren alle extrem entspannt und ich war so froh über diese Wendung des Tages.

Ich beendete mein Projekt, der Mann baute noch an den Pflanzkästen und gleichzeitig am Schornstein rum; die Kinder bekamen irgendwann Abendessen serviert, schauten eine Folge Checker-Tobi und Logo von gestern, machten sich bettfertig. Der Jüngste wollte unbedingt noch in die Badewanne und jedes freiwillige Waschen meiner Kinder begrüße ich ja. Außerdem war es noch so hell und alle so gut drauf, da war es auch irgendwie egal wie spät es schon war.

Ich schaffte es dann auch endlich unter die Dusche. Der Mann räumte noch die Werkstatt auf. Ich kuschelte alle Kinder in den Schlaf und als ich wieder auftauchte, lag der Mann schon im Bett und las.

Ich war dann doch nochmal irgendwie mufflig weil leicht mit eingenickt und kein Abend mehr für mich.
Aus Frust stellte ich noch die Spülmaschine an, wusch ein paar Dinge ab, deckte den Frühstückstisch für die Kinder für morgen und noch dies und das.

Im Bett dann nur noch einmal das Internet durchgelesen und geschlafen.

„Ich hab den ganzen Tag nichts geschafft“

; ist ja immer gern ein Gedanke der abends aufpoppt wenn man das Gefühl hat, irgendwie nichts sinnvolles gemacht zu haben.

Aber wenn ich mal so Revué passieren lasse, waren da ja doch ein paar Dinge dabei die nicht ganz unnütz waren.

– Wocheneinkauf erledigt
– Homeshooling
– im Keller den Haufen Kinderklamotten ein Bißchen sortiert und aufgeräumt (jedenfalls den Teil, der den Weg versperrte)
– Kinderfüße vermessen
– Kinderklamotten bestellt
– Schulaufgaben begleitet
– ein unfassbar gutes Brot gebacken (mal wieder *auf Schulter klopf*)
– Kinder nicht verhungern lassen
– Tomatenpflänzchen umgesetzt
– an die Lohnsteuererklärung zumindestens schon mal gedacht *räusper*

Doofe Dinge:
– 2 Tafeln Schokolade, eine Rolle Chips und sonst noch diverses aus Frust gefuttert
– die Kinder sehr ungerecht behandelt und viel geschrien
– überhaupt den ganzen Tag mies drauf gewesen und alles und jeden doof gefunden, am meisten mich selbst

Der heutige Tag war einfach doof doof doof und ich bin froh, dass er rum ist.

Wochenstart

Der Sonntag wurde dann doch nicht sooo großartig wie ich gedacht hatte.
Die Zeit allein zu Hause war ganz nett.
Am See war es grundsätzlich schön (ich meine: See! Sonne! Draußen!), aber mit den Kindern ist es
ja leider meist nicht so entspannt. Außerdem wurde ich plötzlich, genau als es Essen geben sollte, von einer
überraschenden Übelkeit geplagt. Eine halbe Stunde lang ging es mir richtig mies. Ich fühlte regelrecht, wie da was durch mich durch wanderte.  (o.o) Zum Glück hatte es sich dann erledigt und mit den Jungs im Schlauchboot einmal über den See fahren war dann doch noch ganz nett.

Meine geplante nach-Hause-Wanderung ließ ich dann doch sein. Erstens ging es mir doch noch nicht hundertprozentig gut und zweitens war die Kinder in einer Stimmung, in der ich den Mann nicht mit ihnen allein lassen wollte. (klingt irgendwie fies) Der Abend war dann doch noch ganz ruhig (der Jüngste schlief im Auto ein, yay!) und ich schlief schnell und tief ein und bis morgens durch.

Montag ist hier Wocheneinkaufstag.
Ich stand also kurz vor 8, wie so ein Rentner, auf dem Supermarktparkplatz und wartete darauf, dass dieser öffnete. Freute ich mich am Anfang noch wie leer es war, füllte sich der Parkplatz ab 7:55 Uhr zusehends und am Ende war es mir doch tatsächlich unangenehm voll zum Einkaufen. Ich hasse das. Grundsätzlich schon; in dieser Zeit nochmal mehr. Überall Menschen, viel zu nah…. Ich hüpfte noch in den Drogeriemarkt und war in Rekordzeit wieder zu Hause. Der Mann verabschiedete sich ins Büro und ich begleitete den Mittleren bei seinen Schulaufgaben. Das ging heute richtig gut und er war in einer knappen Stunde fertig. Die Tochter macht ihr Dinge eh allein und war noch schneller fertig. (ganz ehrlich, die hat aber auch nur Pipifax auf)

Montag ist Nudel-Tag und so hatte ich keinen Stress mit dem Mittagessen.
Mit den Kindern aber dafür umso mehr.
Ich war und bin heute eine tickende Zeitbombe die ständig zwischendurch explodiert. Jede Frage (gefühlt alle 5 Minuten heute), jedes Geräusch (hier immer, viele), jeder Regelbruch (ständig), jedes Geschrei und Gestreite (andauernd!!!) und sowieso alles macht mich heute wahnsinnig. Mal wieder, muss ich sagen. Das ist irgendwie Dauerzustand. Seit Jahren. Ich mag das nicht….

Noch 12 Tage..

… bis zu den Sommerferien.

Der Mittlere hat heute gebastelt.

Die Vorfreude auf die Ferien hält sich etwas in Grenzen. Also, nicht falsch verstehen, Ferien sind toll und ich freue mich darauf; aber die Umstellung ist ja nun mal gerade nicht so groß. Wir haben es seit Monaten ja schon sehr entspannt. Der Jüngste ist die ganze Zeit zu Hause, die Tochter geht seit Anfang Mai 2-3 Tage pro Woche in die Schule, der Mittlere war erst einen Tag wieder. An Homeshooling-Tagen ist es halt super entspannt, weil wir nicht so viel Stoff zu bewältigen haben und die Kinder gut mitmachen. Die Ferienstimmung ist also bei uns tatsächlich schon etwas länger in der Luft.

In 12 Tagen fällt dann Schule halt komplett weg. Für die Kinder noch weniger Druck, für uns fällt damit ein Stückchen Tagesstruktur weg und ich weiß noch nicht, ob das so gut ist….

Trüffelschwein

„Wenn Du Süßkram kaufst, versteck den bitte vor mir. Irgendwo im Keller. Wo ich ihn garantiert nicht finde“
sprach FrauPN zu ihrem Mann kurz bevor er zum Supermarkt aufbrach.

„jaja, mach ich“ versprach dieser.

„Und gib mir auch nichts, egal wie ich bettle“ legte Frau PN nach.

„abgemacht“

Keine zwei Tage hats gedauert, bis ich sein „Versteck“ ausfindig machte.
Nach ewigem Betteln, hat der Schuft mir sogar einen Tipp gegeben.

Mann ey!

Selbstdisziplin  nicht vorhanden.

*mit leichter Übelkeit gesendet*

See-Tag

Nach einem wirklich wunderbaren Start in den Tag mit allen Beteiligten, geht es nun ans große Packen.
Badesachen, Handtücher, Sonnencreme, aufblasbarer Riesen-Doughnut und natürlich jede Menge Essen müssen
sinnvoll und platzsparend verstaut werden. Denn: es geht gleich an den See.

Der beste Mann sportelt noch ein Bißchen, die Jungs haben eine Brio-Bahn-Landschaft gebaut und die Tochter tochtert so rum.

Dann bekommen Mann und Kinder Rucksäcke gepackt und wandern heute mal zum See. Erst einmal bis zur Fähre, rüber und noch ein gutes Stück weiter bis zum Ziel. Das wird sicher großartig! Ich wäre gern dabei, aber da vorausschauend der Rückweg am Abend, bergauf, nicht sonderlich amüsant werden würde, werde ich mit dem Auto hinterher fahren. Für die Schrittsammlung werde ich dann am Abend aber den Fußweg nach Hause antreten.

Aber erst einmal freue ich mich auf ein wenig Allein-Zeit zu Hause nachher; wenn der Wandertrupp schon los gezogen ist, ich aber noch in Ruhe das Auto voll packe und auch noch ein Bisschen nichts tue.

Toller Tag wird das!

Forever Frühaufsteher

Sonntag.
Um 4 Uhr werde ich wach. Die Hähne ringsum fangen an zu krähen, es wird gaaanz langsam hell.
Ich drehe mich nochmal um und schlafe ein, träume kurios und wache eine knappe Stunde später wieder auf.
Mittlerweile ist es taghell draußen, die Dorfhähne versuchen sich lautstärkemäßig zu übertrumpfen und die Gartenvögel haben auch ihr Morgenkonzert begonnen. Ab und zu blökt ein Schaf.
Ich liebe es.

Da ich weiß, dass ich eh nicht mehr richtig einschlafen kann und mich auch sehr ausgeschlafen und wach fühle, beschließe ich, statt auf das Kuschelkommando in Form eines honigblonden und eines haselnussbraunen Süßlings zu warten, die Chance zu nutzen das Haus noch ein Weilchen in Ruhe zu genießen. Der Mann wird sich beschweren, dass ich einfach verschwunden und mich seiner Kuschelei auch noch entzogen habe, aber da muss er heute mal durch. :-)

Ich trete als erstes auf die Terrasse und genieße die kühle Luft an diesem Sommermorgen.  (bäm! Flashbacks an viele viele Morgen auf dem Campingplatz als Kind)

Nun läuft die Spülmaschine, ich habe einen Kaffee (schon wieder!) und werde gleich den Frühstückstisch decken und auf das erste „Mama! kannst Du noch mit mir kuscheln“ warten, das gleich von oben schallen wird.

Samstag-Schnipsel

– obere Etage gesaugt
– das große Bad geputzt
– Jungszimmer aufgeräumt (der Mann mit den Jungs)
– Tochterzimmer temporär umgestellt (das Bett steht grad in der Mitte des Raums) (sie selbst)
– Börek (die Tochter allein) und Salat (ich allein) zum Mittagessen
– über eine Stunde auf dem Laufband gewesen (sehr befriedigend)
– Rasen gemäht und Grünschnitt weg gefahren sowie Obst und Gemüse (und Schokolade) gekauft (der Mann)
– köstliches Ciabatta gebacken
– Schach gespielt
– Tomaten umgesetzt, noch ein Bißchen Gemüse gesät
– über streitende, murrende, meckernde, jaulende, quengelnde Kinder genervt gewesen, ausgeflippt, laut geworden
– 5 Kartons Wäsche gefaltet (die ganze Familie)
– Filmabend (die Kinder)
– über die Wuschelfrisur gefreut

Jetzt viel zu warmen Roséwein und lesen.