Dienstag, 23.06.2020

Bürotag
Bevor ich mich aus dem Haus schleichen konnte, erwischte mich der Jüngste noch und hatte die Bitte, dass ich ihm bitte aufmalen möge, was es heute zum Mittag geben soll und den Zettel an seinen Platz legen. Damit verschwand er wieder ins Bett.

öh okeee, ich malte also mit meiner Unbegabtheit auf diesem Gebiet irgendwie Spinat, Spiegelei und Spagehetti (es solle eigentlich Kartoffeln dazu geben, aber vom Vortag waren noch so viele Nudeln übrig und da bestimmte ich, dass die auch gehen müssen) auf ein Blatt und hinterließ es ihm. (da keine Klagen kamen, war das wohl zufriedenstellend so) Fürs Kochen war heute der Mann zuständig.

Im Büro frühstückte ich erst einnal mein mit Schokolade und Erdnussmus gepimptes Porridge (viel zu süß und schwer *börks*) und telefonierte mit der Potsdam-Freundin.

Nach ein paar Emails, bestand meine nächste Aufgabe aus Fließbandarbeit, während der ich ein paar neue Folgen „New Girl“ nebenher laufen lies.

Fünf Minuten vor Feierabend, ich wollte gerade dem Mann mitteilen, dass ich gleich los fahre, rief der mich an mit der Nachricht, dass ich den Chef abholen und mit ihm im Büro was vorbereiten muss.

*bibber*bibber* Ich habe absoluten Respekt und sogar etwas Angst vor unserem Chef. Dafür gibt es dafür eigentlich gar keinen Grund. Er ist ein total lustiger und entspannter Kerl aber irgendwie geht mein Puls sofort hoch wenn er in der Nähe ist und ich werde fahrig und nervös.

Ich spielte also Taxi (aus Gründen; absolut O.K.) und wir arbeiteten zusammen zwei Stunden an einem wichtigen Schreiben. Es ist immer sehr witzig wie wir alle im Gespräch mit dem Chef zwischen deutsch und englisch hin und her switchen; weil er das eben auch tut. Manchmal etwas anstrengend und das Gehirn verknotet sich, aber eigentlich klappte es sehr gut und ich denke, er war zufrieden. *Puh*

Dann endlich Feierabend. Ab nach Hause. Stimmung bei Mann und Kindern unter der roten Linie. Es gab wohl mehrere Streitpunkte und alle waren irgendwie sauer aufeinander.

Der Mann flüchtete weiter in seine Holzarbeiten.

(Sowas baut der mal eben im Homeoffice und kriegt trotzdem seinen Job sehr gut gebacken)

Die Kinder tigerten umher und wussten nichts mit sich anzufangen. Tablet, Filme, das dritte Eis und noch mehr Süßigkeiten waren keine Option und so maulten sie durch die Gegend, stritten und es war einfach eine extrem miese Laune in der Luft.

Ich begab mich an mein Kompost-Projekt. Und als die Tochter wieder wegen irgendwas extrem übellaunig rummotzte, fiel mir etwas ein. Ich drückte ihr die zwei Packungen Loom-Gummi-Dingse in die Hand, die ich vor Wochen mal aus dem Supermarkt mitgenommen hatte. Noch mit dem Hinweis, für sie und den Bruder, schon ängstlich, dass das doch wieder Stress geben würde.

Aber es geschah ein Wunder. Die beiden Großen verbrachten Zeit mit Armbänderknüpfen zusammen (!) im Tochterzimmer (!), hörten dabei CD und hatten irgendwie richtig Spaß. Der Jüngste hatte das noch nicht so ganz mit bekommen und langweilte sich im Garten; stieß aber später wohl mit dazu und malte nebenbei.

Zwischendurch, während ich barfuß mit Spaten versuchte den leichten Abschuss zu ebnen um zwei neue Komposter aufzustellen, kamen die Kinder und zeigten mir stolz und fröhlich ihre Werke. Lustig-bunte Armbänder und ein gemalter Kühlschrank. (mit Pizza, Avocado und ganz viel Kirsch-Wassereis).

Plötzlich waren alle extrem entspannt und ich war so froh über diese Wendung des Tages.

Ich beendete mein Projekt, der Mann baute noch an den Pflanzkästen und gleichzeitig am Schornstein rum; die Kinder bekamen irgendwann Abendessen serviert, schauten eine Folge Checker-Tobi und Logo von gestern, machten sich bettfertig. Der Jüngste wollte unbedingt noch in die Badewanne und jedes freiwillige Waschen meiner Kinder begrüße ich ja. Außerdem war es noch so hell und alle so gut drauf, da war es auch irgendwie egal wie spät es schon war.

Ich schaffte es dann auch endlich unter die Dusche. Der Mann räumte noch die Werkstatt auf. Ich kuschelte alle Kinder in den Schlaf und als ich wieder auftauchte, lag der Mann schon im Bett und las.

Ich war dann doch nochmal irgendwie mufflig weil leicht mit eingenickt und kein Abend mehr für mich.
Aus Frust stellte ich noch die Spülmaschine an, wusch ein paar Dinge ab, deckte den Frühstückstisch für die Kinder für morgen und noch dies und das.

Im Bett dann nur noch einmal das Internet durchgelesen und geschlafen.

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