Ich musste 39,5 Jahre alt werden

.. um das erste Mal unter freiem Himmel zu schlafen.

O.K., ich korrigiere, um das erste Mal eine Nacht unter freiem Himmel zu verbringen. Denn meine Mutter hat mich als Baby, dick eingemummelt im Kinderwagen, im Winter gern nach draußen gestellt; wo ich dann selig an der kalten Winterluft schlummerte und rote Bäckchen bekam. Aber das zählt ja nicht wirklich.

Auch wenn ich ein Zeltkind bin, unter richtig freiem Himmel hab ich nie geschlafen. Bis letzte Nacht.

Vorletzte Nacht hab ich die Hitze nämlich nicht ausgehalten im Schlafzimmer. Die obere Etage wird doch sehr heiß bei uns (und mir fällt wieder ein, warum wir nicht jetzt schon auf den Dachboden ziehen, obwohl das sehr verlockend ist, da ist es einfach nicht richtig gedämmt und NOCH heißer)

Ich beschloss also letzte Nacht auf der Terrasse zu schlafen.

Nach See, Filmabend und Jungs ins Bett kuscheln, machte ich mir also ein Lager.

Es war schon dunkel, ich ließ die Lichterkette im Wintergarten an. Es war dennoch etwas unheimlich.
Viele Geräusche gibt es da. Die Grillen zirpen, ab und zu blökt ein Schaf von der Wiese hinter unserem Garten, die Hühner des Nachbarn gackern und irgendwas raschelt immer im Garten umher.

Ich sah Sterne am Himmel, aber leider keine Sternschnuppe.

Irgendwann schlief ich wohl ein. Erwachte gegen halb zwei, zog den Stecker aus der Lichterkette und schaute wieder ein Weilchen in den Sternenhimmel. Wieder keine Sternschnuppe.

Ein Tier machte ziemlich nah, ziemlich laute Geräusche. Ich habe keine Ahnung was das war. Ein Eichhörnchen? Sind die nachtaktiv? Ein Marder, Siebenschläfer … ? Es „fauchte“ und „keckerte“ so seltsam. Und es huschte über das Schuppendach des Nachbarn. Ich vertraute darauf, dass es vermutlich vor mir viel mehr Angst hatte als ich, dass es plötzlich auf meine Bettdecke springt und dämmerte wieder weg.

Ich wachte wieder gegen fünf Uhr auf. Da war der Berufsverkehr auf der Bundesstraße schon in vollem Gange. Es wurde hell und die Hähne des Dorfes lieferte sich das übliche Wettkrähen. Ich döste noch etwas und huschte dann kurz vor sechs Uhr zum Mann ins Schlafzimmer. Ich genoss, dass der Straßenlärm dort nicht zu hören war und bedauerte aber, dass die Temperaturen und Luftbewegungen dort dafür umso mehr zu wünschen übrig ließen.

Kurz darauf schlüpfte der Jüngste zu mir.
Schlafen konnte ich eh nicht mehr und da der Mann mir zu brummelte, dass er bis vier Uhr am Laptop gearbeitet hatte, ließ ich ihn schlafen und stand, mit mittlerweile beiden Jungs, auf.

Fazit: Es war herrlich frisch und weitaus besser auszuhalten als im überhitzten Obergeschoss des Hauses. Keine einzige Mücke hat mich behelligt. Dafür halt jede Menge tierische Geräusche und vor allem die Bundesstraße am frühen Morgen.

Ich werde das wiederholen, vielleicht aber nicht heute Nacht. Es sei denn, ich halte es vor Hitze wieder nicht aus.

 

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