Na das sieht ja herbstlich aus bei Ihnen im Einkaufswagen.

Sprach die Fleischereifachverkäuferin im roten Supermarkt heute Morgen zu mir. Recht hatte sie.
Auf dem Weg bis zur Wurstthek waren schon ein großer Erika-Busch, ein Topf Herbstastern, ein Körbchen mit Zierkürbissen und ein großer Halloweenkürbis in meinen Korb gewandert. Die Zwetschgen rundeten das Bild perfekt ab.

Ich lachte und erwiderte, dass die Temperaturen allerdings heute nicht dazu passen.
Die Woche beginnt hier nämlich mit locker flockigen 31 Grad. So bleibt es bis Mittwoch und „kühlt“ dann auf 25 Grad ab. Herbstlich ist anders. Wobei, eigentlich ist es völlig normal. Ich erinnere mich an vor 9 oder 10 Jahren, dass wir Anfang Oktober in Potsdam noch in der Havel badeten. Und herbstlich ist es allemal. Die Blätter fallen nun nicht mehr vor Hitze von den Bäumen, sondern weil es einfach Zeit ist. Der Rasen ist übersät mit Kastanien und die Sonne steht sehr tief. Ich liebe diese Zeit so so sehr. Zu heiß ist mir trotzdem gerade. Wir gehen heut auch gar nicht raus.

Was aber auch daran liegt, dass 2 von 3 Kindern heute krank zu Hause blieben. Bei der Tocher war es heute Morgen zwar mehr Kopfsache (die Nase kribbelte aber auch und der Kopf schmerzte) doch der Mittlere hustete des nachts so sehr, dass völlig außer frage stand, ob er heute in die Schule geht.

Obwohl montags mein freier Tag ist, hatte ich vor heute ins Büro zu fahren. Zuviel zu tun diese Woche. Ich blieb nun aber daheim, brachte den Jüngsten in den Kindergarten und konnte endlich mal wieder montags einkaufen. Hallo alter Rhythmus, hab Dich vermisst. Große Kinder sind nämlich toll. Die lässt man auch mal 1-2 Stündchen allein zu Hause, auch mit Husten.

Ich ging also einkaufen und da kommen wir wieder dahin, warum ich eigentlich an der Fleisch- und Käsetheke stand, wo ich doch so gut wie nie dort etwas hole.

Wissenssendungen für Kinder sind toll. Meine schauen mit Begeisterung zum Beispiel „Checker Tobi“ (großartig) und jeden Abend kucken wir zusammen die Logo-Nachrichten. Und kürzlich sahen sie zum einen etwas über Zucker in Lebensmitteln und zum anderen einen Film über Mikroplastik. Das beschäftigte die drei sehr, besonders aber den Mittleren. Er bat mich, ob wir nicht beim Einkaufen ab jetzt etwas darauf achten können.

Natürlich weiß ich seit vielen Jahren wie man eigentlich ökologisch leben kann. Ich habe auch schon verdammt viele Dinge ausprobiert in der Richtung. So richtig etabliert hat sich leider nie etwas. Ich gebe zu: hauptsächlich aus Bequemlichkeit. Und auch wenn ich nach jedem Wocheneinkauf den Kopf schüttle und ein sehr schlechtes Gewissen habe wenn ich auf den ganzen Plastikmüll schaue aus dem ich eben mein Obst und Gemüse gepackt habe, hat es immer nicht dafür gereicht dauerhaft etwas zu ändern. Es ist halt bequem zum blauen Supermarkt zu fahren und für 5 Menschen für eine ganze Woche einzukaufen. Und industrielle Süßigkeiten sind nun mal einfach lecker.

Da der Sohn nun aber darauf achten möchte, habe ich heute mal versucht etwas bewusster einzukaufen.
Spoiler: es ist verdammt schwer. Im Standardsupermarkt gab es keine losen Äpfel, nur die große Plastiktüte. Dafür aus Deutschland. Die Möhren gab es lose, doch hatte ich versäumt ein Netz mit zu nehmen. Ich kaufte ein Obstnetz, traute mich aber nicht es schon auszupacken und zu benutzen. Beim nächsten Mal aber. Die Milch kaufte ich im Tetrapak. Glas gab es dort gar nicht. Wir fahren ab und zu ja zum Weidehof und zapfen Rohmilch. Die ist ja aber nicht so lang haltbar und alle zwei Tage dort hin zu fahren (mit dem Auto) ist auch einfach nicht drin. Grundnahrungsmittel Feta: in Plastik. Mein Magerquark: Plastik. Beim Salz griff ich statt zur Plastiktüte zum Karton. Ich kaufte spontan eine Packung Filzstifte. Die sind natürlich auch aus Plastik. Und und und….

Ich ging in den zweiten Supermarkt. Eben zu besagter Fleischtheke. Dort kaufte ich Käse und zwei Sorten Wurst. Ob die Verpackung dort nun weniger Plastik ist als der Aufschnitt aus dem Regal wage ich ja fast zu bezweifeln. Sieht natürlich erstmal voll gut aus, so eine Papiertüte. Ich weiß, dass manche ihre eigenen Behältnisse mitbringen. Wie das aber dort gehandhabt wird, besonders jetzt in Coronazeiten, habe ich mich aber nicht getraut zu fragen. Tomaten bekam ich dort im Pappkarton, ohne Folie. Die Zwetschgen waren auch im hübschen Kartonkörbchen. Bescheuerterweise nahm ich drei Packungen dieser vermaledeiten Wassereis mit, die die Kinder im Sommer so lieben. Da es ja die nächsten Tage so heiß wird. Mehr Plastik geht wohl nicht…..

Im Drogeriemarkt kaufte ich total öko 5 Bambuszahnbürsten in Pappverpackung. Und eingeschweißte Batterien. Auch die Trockenobsttüten sind nicht ohne Plastik.

Alles in allem war es tatsächlich sehr anstrengend, schwierig und teuer. Aber auf alle Fälle besser als sonst. Süßigkeiten habe ich auch nicht gekauft. Nur das Wassereis. Und eben getrocknete Mangostücke und Bananenchips. Vom Zuckergehalt können die locker mit Schokoriegeln mithalten. Fühlt sich trotzdem besser an.

Vielleicht schaffen wir es ja demnächst einmal pro Woche in einen Bioladen um loses Obst und Gemüse zu kaufen. Bei Fleisch und Fisch wollen wir eh  vom Discounter weg. Süßkram mehr selbst zu machen, zu backen. Sowas wie feste Seifen und Shampoos will ich mir auch noch mal anschauen.

Ich vermute, dass wir das auf Dauer nicht umsetzen können. Es ist halt tatsächlich auch eine finanzielle Frage.

Aber ich finde es gut, dass der Mittlere mich da mal wieder angeschubst hat und ein paar Dinge können wir vielleicht doch ändern und auf alle Fälle mit anderen Augen wieder einkaufen.

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