wmdedgt 5. März 2021

Frau Brüllen fragt auch heute: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Deshalb heute etwas ausführlicher.

Freitag. Mein lohnarbeitsfreier Tag, der Mann hat sich auch Urlaub genommen.
Der Mittlere hat heute aber Präsenzunterricht.

Er kommt irgendwann zwischen fünf und sechs zu uns ins Bett, in meinen Arm. Wir schlafen aber noch gut weiter.
Ich liebe es ja so halbwach noch im Bett etwas zu schnuffeln. Das mache ich heute auch zwischen halb sieben und sieben, dann stehe ich auf.

Ich mache mich tagfertig (Zähne putzen, anziehen. Ich bewundere Leute, die jeden Morgen duschen. Dazu hätte ich überhaupt keine Lust).

Mit der Zahnbürste im Mund gehe ich in den Kelle zu meinem Nähkram. Hat der Mittlere nicht irgendwas von Knöpfen gesagt die er mit in die Schule nehmen soll? Ich hole mein Knopfglas nach oben, dann richte ich ihm die Brotdose und eine Flasche Tee.

Fünf vor 8 fahre ich ihn zur Schule. Ich kann mich nicht überwinden ihn zur Zeit mit dem Bus fahren zu lassen, auch, wenn wenige Schüler drin sind. Jedes Risiko das wir vermeiden können, vermeiden wir.

Zu Hause ist der Mann aufgestanden, der Jüngste spielt und die Tochter sitzt im Unterricht.

Ich mache Fotos vom gestern gebackenen Brot.

Es ist so lecker und schön geworden. Ich bin ganz verliebt. Mein einfachstes, liebstes, bestes Brot. (grobes Rezept: 1.000 g Mehl, 800 g Wasser, 150 g aktivierter Sauerteigstarter (dieses Mal Lievito Madre, sonst Roggensauerteig), 20 g Salz. Alles zusammen rühren, 5-6 Stunden ruhen lassen und dabei ca. alle 2 Stunden dehnen und falten; 2 Stunden zusätzlich im Gärkorb oder, wie ich, direkt im Topf/Pfanne worin man backen will, gehen lassen. 1 h backen)

Ich animiere den Jüngsten zum Anziehen, frühstücken und Zähne putzen. Das ist immer etwas schwierig aber heute habe ich Zeit und Nerven und es gelingt ganz gut, so dass wir pünktlich los kommen. Direkt vor der Abfahrt, muss er noch eine Runde mit dem Fahrrad drehen.

Wir haben heute den Termin zur U9. Wir sind zu spät, der letzte Termin dafür wäre im Februar gewesen. Das hatten wir eigentlich schon bei der Terminvergabe geklärt. Was mir nicht gesagt wurde ist, dass danach die Krankenkasse das nicht mehr übernimmt. O.K….. Dann halt nicht. Die Ärztin sieht ihn sich trotzdem einmal an. Er wird gewogen und gemessen und eine Urinprobe wird genommen. Blöderweise habe ich den Zettel vergessen, weil ich es so kannte, dass die Ärzte eine elektronische Meldung ans Jugendamt machen. Nun muss ich nochmal hin, den Zettel unterschreiben lassen. Er hat nun also keine offizielle U9, aber ich kann sagen, dass ich da war und die Ärztin kann bestätigen, dass er gesund und munter ist. :-) (Ärzte, im Speziellen Kinderärzte und ich …. das ist eine nervige Sache)

Zu Hause nascht er ein wenig und darf seine Tages-Tabletzeit nutzen.
Ich räume die Spülmaschine aus und wieder ein. Die Tochter kommt mal kurz aus dem Unterricht zum Hallo sagen.

Obwohl es im Haus, besonders im Wohnzimmer, völlig chaotisch ist, kann ich mich nicht aufraffen irgendetwas zu machen. Absolut nicht. Ich nehme es heute einfach mal an und sitze einfach nur etwas rum. Es ist kalt, das Wetter draußen ist ungemütlich. Ich schaue mir den Wetterbericht für die nächste Zeit an; es wird nicht viel besser demnächst.

Kurz vor zwölf fahre ich wieder los um den Mittleren von der Schule abzuholen.
Mit Maske stehe ich vor der Schule an der Bushaltestelle. Er kommt mit der Buskindergruppe. Er könnte etwas früher los, weil ich ihn abhole, aber diese Routine mit den Buskindern will ich ihm nicht nehmen, falls ich ihn aus irgendwelchen Gründen mal nicht abholen kann. Dann steigt er einfach mit in den Bus.

Er erzählt mir freudestrahlend, dass er schon den kompletten Wochenplan fertig hat, inklusive der heutigen Hausaufgaben! Jippieh! Er hat also ab jetzt Wochenende. Fein.

Zu Hause will der Jüngste direkt Fahrrad fahren. Eigentlich stelle ich mich immer mit raus. Bei ihm muss ich doch noch ein wenig schauen, weil er doch gern mal Blödsinn macht oder ich ihm auch zutraue, dass er einfach verschwindet. Auf die Autos passt er selbst sehr gut auf. Wir wohnen allerdings am Ende einer Sackgasse und so kommt hier selten jemand vorbei. Jetzt möchte ich das Mittagessen vorbereiten und deshalb darf er allein im Wendehammer rumfahren. Ich werfe ab und zu einen Blick aus dem Fenster.

Heute gibt es schnelles Essen. Gnocci mit Tomatensoße.
Als die Tochter um 13 Uhr mit der Schule fertig ist, gibt es Essen.

Der Mann baut schon den ganzen Tag an dem zweiten Kleiderschrank für den Dachboden aka unser neues Schlafzimmer. Der erste ist fertig und ist wirklich ein Meisterstück. Was dieser Mann aus Holz macht, ist der Hammer!

Ich fühle mich noch immer nicht motivierter für den Haushalt.
Der Mittlere nimmt seine Tabletzeit, danach spielen die Jungs in ihrem Zimmer.
Ich lege mich ganz frech einfach mal ins Bett. Mir ist danach. Ich döse ein Bißchen und schlafe wohl auch ein.
Zwischendurch kommt immer mal ein Kind.
Irgendwann wache ich mies gelaunt und mit Kopfschmerzen auf. Ich bleibe noch etwas liegen und lese am Telefon.
Eine Email vom Kindergarten kam. Ab 8.3. öffnen sie für die Vorschulkinder, ab 15.3. wieder für alle.
Wir werden uns mal beraten ab wann wir ihn wieder gehen lassen. Ich hatte immer so nach Ostern im Sinn, aber vielleicht doch schon vorher ? Bei ihm im Naturkindergarten, wo sie den ganzen Tag draußen sind, ist das Risiko vermutlich noch am Geringsten.

Ich muffle die Söhne etwas an, weil das Zimmer wieder mal absolut chaotisch aussieht. Sie sollen bitte aufräumen. Es passiert aber nicht wirklich was. Ich nehme sogar das Tablet mit (auf dem sie ständig Hörspiele hören).

Ich koche mir einen Kaffee. Der Jüngste kommt runter und will Kekse mit hoch nehmen. Ich, immer noch nachmittagsschlafmufflig, möchte das nicht und biete ihm an, dass er sich mit seinen Keksen gern hier an den Tisch setzen kann, ich setze mich dazu und wir plaudern ein Bißchen. Er willigt tatsächlich ein. Der Mittlere kommt auch dazu und wünscht sich einen Kinderkaffee. Wir trinken und ditschen unsere Kekse rein. Das ist sehr nett. :-)

Die Jungs beschließen (statt aufräumen), sich als Ninjas zu verkleiden und raus zu gehen. O.K., ich freue mich zur Zeit über jede Minute die sie draußen verbringen, waren sie doch gefühlt monatelang nicht draußen.

Es fahren also zwei Ninjas draußen Fahrrad und spielen irgendwas tolles. Ich bin mit draußen. Die Sonne ist doch noch mal raus gekommen aber es ist sehr kalt. Trotzdem bin ich froh noch mal draußen zu sein. Die Muffligkeit verfliegt.


Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite, steht eine Birke. Darunter finde ich viele heruntergefallene Zweige. Ich sammle sie und während die Jungs spielen, binde ich einen Kranz und hänge ihn an die Tür.


Da werde ich demnächst noch irgendetwas frühlingshaftes dran befestigen, obwohl er mir so schlicht eigentlich auch ganz gut gefällt.

Während ich draußen bin, schreibt mir meine Potsdam-Freundin, dass sie einen Impftermin hat. Ich freue mich sehr für sie und hoffe, dass es mit den Impfungen allgemein schnell voran geht, damit diese Pandemie endlich besiegt wird.

Wir gehen wieder rein. Es ist nun schon 18 Uhr. Ich mache für die Tochter zum Knabbern abends Kichererbsen im Ofen. Ich habe sie den ganzen Tag nicht gesehen. Zwischendurch war sie mal da und sagte, dass sie müde sei und schlief dann auch. Ich mache mir zur Zeit etwas Sorgen um sie. Uns allen geht es sehr gut in der aktuellen Situation, aber wenn, setzte es ihr noch am Meisten zu. Der Onlineunterricht jeden Vormittag ist für sie sehr anstrengend. Aber auch am Nachmittag kommt sie kaum aus ihrem Zimmer. Sie ist blass und antriebslos. Ich hoffe, das ändert sich mit dem Frühling bald wieder und auch, wenn sie ab Mitte März wieder in die Schule geht. Ich heiße die Schulöffnungen zwar alles andere als gut, aber  wir haben ja keine Wahl und um etwas Positives daraus zu ziehen, freue ich mich einfach für die Tochter, denn ihr wird es gut tun.

Ich koche mir noch einen Kaffee und ziehe mich in mein Zimmer zurück.


Ich esse heimlich Eis und lese dabei im Internet.
Die Söhne räumen tatsächlich auf. Sogar ohne Streit.

Die Tochter erscheint wieder auf der Bildfläche. Ich bereite einen Stullen- und Rohkostteller für die Jungs zusammen und für die Tochter. Freitag ist Serienabend. Die Jungs schauen zusammen im Wohnzimmer, die Tochter bei sich und wir Eltern werden uns gleich ins Schlafzimmer verkrümeln.

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