Morgens halb sieben

Die große Bundesstraße die knapp bei uns vorbeiführt bekommt gerade einen neuen Belag und ist gesperrt.
Das Ergebnis ist ganz ungewohnte Ruhe und lustige Spaziergänge mitten auf der Fahrbahn.

Und man muss eine Umleitung fahren um in den Nachbarort und auf die B9 zu kommen, die mich zur Arbeit führt.

Ich finde das aber gar nicht schlimm. Im Gegenteil.

Wenn ich ganz früh morgens die Strecke fahre, fühle ich so ein ganz warmes Gefühl im Bauch.
Wir haben es so schön hier.

Die Sonne steht noch tief und wirft ein tolles Licht auf die Weinberge mit den in sattem Grün stehenden Weinstöcke unter dem schon die Trauben verheißungsvoll vorblitzen.

Die Kornfelder wurden schon gemäht und liegen stoppelig links und rechts der Straße, gepunktet mit eckigen oder Runden Strohballen.
Ich blicke auf die Dörfer und Stadtteilchen aus denen die Kirchturmspitzen herausragen.

Schön sieht das alles aus und ich fühle mich wohl.
Wenn ich dann auch noch an dieser einen Stelle auf der Straße bin, da wo man besonders schöne auf den Rhein schauen kann, dann hüpft mein Herz tatsächlich ein Bißchen und ich bin dankbar und froh hier leben zu dürfen.

Dienstagsschnipselei

Ich hatte einen wunderbar motivierten Tag im Büro. Ich habe Dinge erledigt und war schon ganz ferienfiebrig.

Der Mann hatte einen weniger entspannten Vormittag. Die Pläne mit den Kindern gingen nicht auf, alles ging schief und hatte sich gegen ihn verschworen und er war leicht gereizt.

Der Nachmittag war dann auch irgendwie unentspannt. Der Jüngste fabrizierte Scheißelkram für drei Wochen und brachte alle auf die Palme. Ich konnte dem Süßappetit nicht widerstehen und später zog der Mittlere sich noch 2 Wespenstiche zu.

Doofer Tag.

 

Gegessen: Wassermelone, Pfirsiche, Sorbet und über den Rest Hülle ich den Mantel des Schweigens
Bewegt: kein Sport gemacht *grummel*, der Abendspaziergang war aufgrund der Wespenstiche nach nur zwei Straßenecken vorbei und allgemein schlurfte ich nur so ein Bißchen umher
Schritte:  13.166, Tagesziel also nicht erricht.

Fazit: doof

Diät-Tag 2

Gegessen: Protein-Porridge, Mix-Pfanne aus etwas Reis, Tomaten, vegetarische Hähnchenstücke (dieses Mal sehr lecker), roten Zwiebeln und das alles auf Eisbergsalt, Wassermelone, Pfirsich, Aprikose und vom Wegrand ein-zwei Pflaumen und ein paar Brombeeren.

Bewegt: vormittags sehr wenig, da Büro, 20 Minuten Laufband, 40 Minuten Krafttraining (Arme + Schultern), Abendspaziergang mit dem Mittleren

Schritte: 17.379

Gefühl: Mit fast leerem Magen und großem Appetit einkaufen zu gehen ist doch immer eine Qual. War aber sehr stolz auf mich, dass ich keine zwei Schinken-Käse-Croissants mitgenommen haben, ebensowenig wie die Tüte Lakritz und Schokolade oder Chips. Für die Kinder landeten Süß- und Knabberkram im Wagen und das bricht mir auch ganz oft das Genick; ist es im Haus, will ich es essen. *hachseufz* An vielen Tagen macht mir das gar nichts aus. An nicht ganz so vielen, jede Menge…. Heute gehts noch gut. Wie gestern, in einer Stresssituation das unbändige Verlangen gehabt, ein Milchbrötchen in Nuss-Nougat-Creme zu tränken. Nicht nachgegeben. yeah

„Halloooo? Ich hab Ferien“

bekam der Mann heute von der Tochter zu hören, als er sie um ihre Hilfe bei irgendwas im Haushalt bat.

Ich glaub, das hat heute endgültig das Fass zum Überlaufen gebracht, denn er war schon lange mit der Situation unzufrieden, wenn es um die Kinder und das Mithelfen zu Hause geht. Außerdem ging uns das leidige Thema Medien-Zeit tierisch auf die Nerven. Wir fanden keine konkreten Regeln, alles war so wischiwaschi und ständig anders und und und. Eindeutig Fehler von uns, den Eltern.

Also hat sich der Mann heute hin gesetzt und einen Plan ausgearbeitet. Erst einmal, für die nächsten drei Ferien-Wochen bzw. ganz konkret erst einmal für diese Woche.

Er hat sich das ziemlich gut ausgedacht und ich bin schwer beeindruckt. Wir haben das Whiteboard, dass schon letztes Jahr als Kinder-Plan-Tafel diente, wieder aktiviert und alles aufgeschrieben und dann den Kindern erklärt. Sie trugen es mit Fassung.

Ein Plan! Wir haben einen Plan!
Jedes Kind hat seine Aufgabe. Es ist gar nicht viel und sehr gut zu schaffen. Medienzeit ist auch geregelt. (allein, das Süßigkeitenthema muss ich noch einmal durchdenken) Nach den Ferien, wird das System dann überarbeitet.

Ich bin gespannt wie es läuft und freu mich drauf.

Diät Tag 1

Gegessen: Quark mit Protein und Pfirsichen (die weg mussten), Mixteller aus Salat, angebratenen Tomaten, geraspelten Möhren, Hüttenkäse und sehr ekligen Fleischersatzspießen (die auch weg mussten), 3 Wassereis

Bewegt: 35 Minuten Laufband, Haushalt, Spaziergang zur Bücherei
Nicht so viel bewegt wie möglich. Viel am Schreibtisch gesessen und Papierkram erledigt

Schritte: 16.072 (22:30 Uhr) Tagesziel also grad erreicht

Gefühl: durchwachsen; am späten Nachmittag waren meine Nerven dünn und die Kinder fast unerträglich; das riesengroße Bedürfnis gehabt, die Nerven mit Schokolade zu besänftigen, viel Schokolade (sehr dumme Angewohnheit und ich hab selbst darüber gestaunt und mich geärgert, wie verankert das ist: Stress = essen wollen); zum Glück keine im Haus gehabt und das Tief überwunden

So wird das nie was mit der Dorfintegration

.Vermutlich, war er noch drei Dörfer weiter zu hören, der Feueralarm.

Ausgelöst vom Jüngsten. Der rote Knopf an der Wand des Rathauses war zu verlockend.

Ich hätte jetzt gern Schnaps. Und noch viel lieber: eine 300 g -Tafel Schokolade. Sorte egal.

 

Ach, und vielleicht sollten wir umziehen.

Spätsommer

Gestern, als ich mit Mann und Söhnen abends noch auf Wanderschaft ging (die Tochter ging mit Halsschmerzen nach einem Kilometer zurück um zu Hause Tee zu trinken), da lag ganz eindeutig der Spätsommer schon in der Luft; ein Herbstahnen fast.

Es war warm, doch die Sonne stand schon tief. Ganz andere Pflanzen als noch vor einigen Wochen waren am Wegrand zu finden. Die Brombeeren sind reif, ich sah Hagebutten (noch grün), die Trauben hängen voll und prall an den Rebstöcken und brauchen gar nicht mehr so viele Sonnentage.

Eigentlich ist doch noch Hochsommer. Im August kann es unglaublich heiß werden. Wir werden noch sehr viel Eis und Melone essen, baden und barfuß laufen.

Und doch weiß ich, wenn der Jüngste Ende August Geburtstag hat, dass damit der Herbst eingeläutet wird. Und bis dahin, ist es gar nicht mehr lang.

Ich möchte sie noch ein wenig festhalten, die schöne Sommerzeit. Mit Ihren Früchten, den wunderbaren Morgen, den langen warmen Nächten.

Ich freue mich sehr auf September und Oktober. Das sind ganz wundervolle Monate.

Doch die Sommerzeit, die ist auch herrlich und muss ausgekostet werden.
Noch 3 Wochen Ferien für die Kinder.
Ab jetzt 3 Wochen Urlaub für den Mann.
Für mich noch eine Woche arbeiten und dann auch 2 Wochen Urlaub.

So lang ist noch Sommer. Mindestens.

vom sporteln und essen

Vor genau einem Jahr begann ich intensiv Sport zu machen und Diät zu halten.

Ich habe das in den letzten 25 schon sehr sehr oft versucht; nie mit großem oder ausauerdem Erfolg.

Dieses Mal, war etwas anders. Und ich hielt durch. Ich machte täglich Sport, ich zählte Kalorien. Und es tat sich was. Das erstaunlichste war: ich blieb dran. Ich hielt durch! Einen Monat, zwei Monate…. Im Herbst fing der Mann an mitzuziehen. Wir tauschten uns über das Thema aus, fachsimpelten über Trainingsmethoden und Eiweißbedarf.

Ich änderte mein Training, ließ Übungen weg, nahm neue dazu, trainierte mit höheren Gewichten, trainierte tageweise nur eine Muskelgruppe. Ganz wie es mir beliebte.

Ich bin kein Profi und ganz gewiss habe ich all das auch nicht so ganz richtig gemacht. Es musste immer halbwegs Spaß machen, wenigstens das Gefühl hinterher.

Im Dezember war ich vom Gewicht da, wo ich seit über 10 Jahren nicht gewesen war und, was wichtiger ist: ich war noch nie so trainiert; denn die Zahl auf der Waage sagt fast gar nichts über die Körperform.

Ich hatte immer wieder downs. Tage, an denen ich nicht trainiert habe. Krankheit, Weihnachten …. da kamen auch mal 2 Wochen ohne Training zusammen. Die Esssünden schlichen sich viel öfter ein.

Ich liebe Essen. Ich esse gern und ich esse gern viel und ich esse gern viel Ungesundes. Diät zu halten, ist für mich echte Folter. Ich weiß im Grunde sehr sehr genau wie gesunde Ernährung geht. Ich habe wirklich unfassbar viel gelernt in den letzten 2-3 Jahren.

Dennoch, kann ich es nicht gut einhalten. Ich kann nur ganz oder gar nicht. Superstreng Diät halten oder die jetzt-ist-eh-alles-egal-Mentalität an den Tag legen. Sicher schlummert in mir eine Art Essstörung. Keine Ahnung, ob ich da jemals anders mit umgehen kann.

Auf jeden Fall, habe ich in den letzten Wochen die Ernährung sehr arg schleifen lassen.
Der Dank sind wieder 10 Kilo mehr die sich leise eingeschlichen haben. Zum Glück, sind da auch noch ein paar Muskeln geblieben, die mich so im Großen und Ganzen gut und gesund aussehen lassen. Der Mann mag mich so. Ich mich nicht wirklich. Ich mochte mich sehr dünn, auch wenn das vielleicht tatsächlich schon einen Tick zu dünn war. Auf alle Fälle müssen aber so 5 Kilo wieder runter und deshalb starte ich heute wieder voll durch. Und da ich es jetzt aufgeschrieben habe, muss ich es auch durchhalten.

Jeden Abend jetzt ein Fazit des Tages.

Tschakkaaa!

Kindheitserinnerung

Woran ich gestern Abend am See denken musste:

Als ich Kind war, hatten wir einen Dauercampingplatz eine knappe halbe Stunde Fahrt von zu Hause weg. Wir hatten dort einen Wohnwagen, den „Hänger“ mit Vorzelt. Später gab es noch ein kleines Zelt daneben in dem wir Kinder schliefen. Wir standen dort zusammen mit meinen Großeltern und ich erinnere mich an viele tolle Wochenenden und Sommer die wir da verbrachten.

Und abends, vorm Schlafengehen, mussten wir immer, mit Schuhen und Handtuch in der Hand, noch einmal zur Badestelle laufen. Dort stellten wir uns dann ins flache Wasser der Havel und drehten uns auf den Füßen hin und her, bis diese versanken. Mehrmals. So wurde der Dreck des Tages von den Füßen geschrubbelt, denn auch ich habe, ähnlich meinen Kindern heute, im Sommer kaum Schuhe benutzt. Nur eben abends, nach dem „Füße waschen“. Abtrocknen, in die Schuhe schlüpfen und zurück zum Zelt.  So endete der Tag.